Process Mining ist eine neuere Data Mining-Methodik, die Elemente der Geschäftsprozessanalyse (Business Process Management) und des Data Mining miteinander verknüpft ("bridging the gap"-Ansatz bzw. "Data Mining in Action"-Konzept, vgl. Wil v.d. Aalst, 2016). Mit Hilfe von Datemkompetenz und Process Mining Techniken werden vorhandene Eventlog-Daten aus IT-Systemen extrahiert und analysiert, um Abläufe und Zusammenhänge (=Prozessmodelle) besser als bisher aufzudecken. Deshalb spricht man hier auch von "Process Discovery".
Bei einer herkömmlichen Analyse der Verwaltungsabläufe im Rahmen typischer visueller Prozessmodellierungen (zumeist mit Visualisierungssoftware) können die tatsächlichen Prozesse oft nur mit hohem Aufwand oder gar nicht "entdeckt" werden, da sie im Gestrüpp des komplexen Verwaltungsalltags untergehen. Informationen aus internen Quellen sind zudem meistens unvollständig und widersprüchlich, die realen Verhältnisse lassen sich manuell nicht mit vertretbarem Aufwand identifizieren. Hier geht Process Mining einen neuen Weg, indem von den vorhandenen Daten ausgegangen wird, die die tatsächlich vorgefallenen Ereignisse aus den im System gespeichterten Protokolldaten ableiten.
Es werden hier vier Arten von ProM-Analysen unterschieden:
Vor dem Hintergrund der aktuelle Diskussionen über die Beschleunigung von Planungsverfahren im Baubereich oder zur Modernisierung von Straßen und Schulen scheint eine verstärkte Nutzung der Möglichkeiten des Process Mining dringend geboten. Dafür sind aber einige Vorarbeiten unverzichtbar, insbesondere
Dateninventuren
(als Bestandsaufnahme des "digitalen Vermögens der Verwaltung") und der weitere Aufbau der persönlichen
Datenkompetenz
der Mitarbeitenden, damit das vorhandene digitale Vermögen dann auch sinnvoll eingesetzt werden kann.
Neuer Text
Process Discovery umfasst die Techniken, die erforderlich sind, um aus einem Datensatz von Eventlog-Daten (IT-Protokolldaten) ein Prozessmodell zu generieren. Dafür müssen mindestens drei Felder vorhanden und gefüllt sein:
Conformance Checking dient eigentlich dem Vergleich des aus dem Event-Log rekonstruierten Prozesses mit einem bestehenden Referenzmodell (Soll-Modell) des gleichen Prozesses. So kann unter anderem bestimmt werden, wie hoch die Übereinstimmung des Soll-Prozessmodells mit dem Ist-Prozess ist. Conformance Checking wird dazu eingesetzt, die Einhaltung der Compliance zu prüfen. Solange kein autorisiertes Soll-Modell vorliegt, wird das conformance-checking verwendet, um grundlegende Inkonsistenzen in Prozessmodellen zu identifizieren und zu beseitigen (v.a. dead-ends, Schleifen und Abbrüche).
Process Compliance umfasst die datengestützte Abstimmung eines Soll-Prozessmodells mit den vorgefundenen Ist-Daten (alignment). Ist-Fälle, die nicht in das Soll-Modell passen, werden identifiziert und geklärt. Umgekehrt kann aus dem Process Compliance Verfahren Anpassungsbedarf für das Soll-Modell entstehen. Am Ende des Verfahrens sollten Soll-Modell und Ist-Modell weitgehend übereinstimmen.
Zielsetzung von Process Enhancement ist die Optimierung des identifizierten und gesicherten Prozessmodells und damit des zugrundeliegenden Ist-Prozesses. Dazu ist erforderlich, Prozessschwächen zu identifizieren und zu beseitigen. Beides stellt eine Herausforderung dar. Im Rahmen der Identifikation von Prozessschwächen werden typische Analysetechniken des BPM verwendet (Engpassanalyse, Warteschlangentheorie usw.). Im Zusammenhang mit der Beseitigung (i.e. verbesserten Modellvarianten) kommen Tests und Simulationen in Betracht.
Wesentliche Voraussetzungen eines erfolgreichen Analyseprojektes sind
Daneben ist es empfehlenswert, das Projekt kompakt und zügig abzuwickeln, d.h. kleine Teams und kurze Laufzeiten. Besser in zwei oder mehrere Projekte aufteilen als "all-in-one" - Versuche zu unternehmen. Schließlich ist - wie immer - auf eine hinreichende Verankerung in der Leitungsebene hinzuweisen.
Praxisbeispiele für ProM-Projekte
Stadt Leipzig (Beschaffungswesen 2021)
Stadt Lausanne (Baugenehmigungen, 2020)
5 Städte der Niederlande (Baugenehmigungen, 2015 ff.)
Kreisverwaltung NRW (Vollstreckung, 2024)
Fallstudie Stadt Granada/Spanien (Beschwerdeverfahren, 2020)
Stadt NN (Kommunalsteuern, 2025)
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